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Musik an der Friedrich Schiller Universität



 
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Deutsch-dänische Passionen Drucken E-Mail
Geschrieben von Luzia Thaut und Judith Hauptmann   
Nachdem wir im letzten Jahr Bachs Matthäuspassion in Italien aufgeführt hatten, waren wir dieses Jahr in geografisch entgegen gesetzter Richtung unterwegs. 24 Mitglieder der Akademischen Orchestervereinigung und zahlreiche reiselustige Mitglieder des Universitäts- und Studentenchores waren in der Woche vor Ostern in dänischen Kirchen anzutreffen. Dort sorgten sie voller Engagement für das Gelingen von vier Aufführungen der Johannespassion von Bach.

Dieses vorösterliche Kirchenwerk vereint verschiedene musikalische Stimmungen in sich. Uns Musikern oblag nun die Aufgabe, diese für das Publikum hör- und spürbar zu machen. Dabei wurde erwartet, dass wir uns in die unterschiedlichen Stimmungen und Rollen hineinversetzen: vom arglosen, unschuldigen Volk zu Beginn der Passion über aufgewühlte, drängende und spottende Menschen, die die Geißelung und Kreuzigung Jesu fordern bis hin zu den Jüngern. In Anbetracht von Christus Tod empfinden die Anhänger Jesu eine unbeschreiblich tiefe Trauer - einer Trauer, die nicht in Tränen und Bedauern verweilt, sondern in starke Zuversicht übergeht.

Sowohl im Zusammenspiel mit dem Chor als auch beim Musizieren mit den Solisten war immer wieder spürbar, dass nicht nur eine Geschichte aus vergangener Zeit erzählt wird, sondern dass in der Johannespassion menschliche Ängste und Hoffnungen der Gegenwart einen Ausdruck finden. Auch in diesem Werk entfalteten die musikalisch schlicht gehaltenen Choräle eine innere Kraft, die tief berührte. UMD Sebastian Krahnert vermittelte uns durch sein Dirigat diese feinen Nuancen und leitete uns voller Spannung durch die Passion.

Auf die letzten Töne folgte zunächst Schweigen, durchdrungen vom Klang einer einzelnen Kirchenglocke. Doch im Anschluss daran sparte das dänische Publikum nicht mit Applaus – hier in diesen Kirchen, wo das Wort „Kirchenschiff“ eine neue Bedeutung bekommt, da in den Seitengewölben oftmals modellartige Schiffe aufgehängt sind, wo es im Inneren wesentlich wärmer ist als außerhalb, wo die erwartungsvollen Zuhörer stets schon eine Stunde vor Beginn der Aufführungen ihre Plätze einnehmen. An allen vier Aufführungsorten, sowohl in Tønder und Ribe als auch in Haderslev und Sønderborg, konnten wir die Musikbegeisterung der Dänen spüren.

Um diese dänischen Städte auch außerhalb der sakralen Räume kennen lernen zu können, war vor der Anspielprobe und dem Konzert ausreichend Zeit für typische touristische Tätigkeiten. Dabei amüsierten wir uns über die merkwürdig schiefen Häuser, bestiegen Kirchtürme, suchten Wechselstuben und Geldautomaten, verkosteten dänisches Eis und wärmten uns anschließend in gemütlichen Cafés wieder auf. Auch an den Vormittagen hatten wir genügend Zeit zur freien Verfügung. Die einen nutzten diese, um Mendelssohns Streichoktett zu proben und den kleinen Raum damit akustisch vollkommen zu überlasten. Andere statteten dem spektakulären Froschteich unseres kleinen Örtchens einen Besuch ab oder betätigten sich sportlich. An das Fußballspiel „Chor gegen Orchester“ wurden einige noch tagelang bei jeder einzelnen Bewegung schmerzhaft erinnert. Nein, keine Platzwunden und Knochenbrüche, nur Muskelkater! Ein weiterer Tag konnte für Ausflüge an Nord- bzw. Ostsee genutzt werden, wobei die Odense/Ostsee-Fraktion mit wunderschönem Wetter und die Esbjerg/Nordsee-Fraktion mit herrlichen Muscheln belohnt wurde.

Wir denken gerne an diese Zeit zurück und danken all denen, die die Organisation übernommen haben!

Letzte Aktualisierung ( Friday, 25. January 2008 )
 
 
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