Zur Vorosterzeit passend ist die Matthäuspassion
von Johann Sebastian Bach eine tief empfundene Musik, die dem Zuhörer
die Geschichte des Leiden Jesu vor Augen und Ohren führt. Die
mächtigen, düsteren Kathedralen St. Francesca in Pisa und St. Maria in
San Miniato sind für diese Musik wie geschaffen. Unter dem großen
Kruzifix des romanischen Kirchenschiffs in St Francesca fanden sich 30
Mitglieder der AOV, verstärkt durch das Uniorchester Erfurt und fast 70
Sängerinnen und Sänger der Universiätschöre Jena und Erfurt zusammen.
Das Musizieren des dreistündigen Passionswerkes in den kühlen Kirchen
und der traditionelle italienische Konzertbeginn erst um 21:00 Uhr
waren eine Herausforderung. Alle Mitwirkenden waren jedoch bereit diese
auf sich zu nehmen, so dass das gemeinsame Musizieren uns und scheinbar
auch dem Publikum viel Freude bereitet hat. Sebastian Krahnert als
Leiter und Dirigent hat es geschafft uns dazu zu bringen, selbst den
einfachsten Chorälen in ihrer Tiefe und Bedeutung nachzuspüren und
entsprechend zu musizieren. Noch Tage später hatten wir nichts anderen
im Ohr als die Choräle, Arien und Rezitative aus diesem Werk.

AOV Probe in St. Miniato
Natürlich konnten wir die restliche Zeit, die nicht für Auftritte
genutzt wurde, nach eigenem Belieben genießen. Dabei führten einige
Wege zum Strand oder zu den historischen Ruinen einer alte
Freilichtbühne und Therme am Rande unseres Quartier-Ortes S. Guiliano
Terme. Andere Orchester- und Chormitglieder erkundeten die Orte Lucca,
Pisa und Mantova, die durch ihre alten Gemäuer und Sehenswürdigkeiten
immer einen Besuch wert sind. Die urigen Gassen, bepflanzten Balkone,
gemütlichen Hinterhöfe und sonnigen Plätze luden zum Flanieren ein und
ließen die Lust auf einen warmen Sommer spürbar werden. In kleineren
Gruppen haben wir die einzelnen Städte erkundet und die kulinarischen
Angebote in der gemütlichen Atmosphäre der zahlreichen Restaurants und
Pizzerien probiert.
Nach den ausgedehnten Stadtbummeln und
unseren Konzerten in Pisa und San Miniato saßen viele Orchester- und
Chormitglieder noch lange zusammen, um den Abend und Nacht bei Wein und
lustiger Unterhaltung zusammen ausklingen zu lassen. Dies ist immer
eine schöne Gelegenheit – selbst nach einer Mathäuspassion - fröhliche
Abende zu verbringen und einige der 140 Musiker besser kennen zu
lernen.
Für das nächste Jahr steht zwar voraussichtlich
keine Italienreise an, dafür wird uns die Johannespassion nach Dänemark
führen und uns bestimmt wieder eine schöne gemeinsame Zeit bescheren,
auf die wir uns jetzt schon freuen.
Eure Nastasia
In der Galerie von Dominikus gibts
noch mehr Fotos.